Kleiner Posaunentag

Es war ein kleiner Posaunentag. Am 23. September waren 44 Bläserinnen und Bläser aus Posaunenchören des Kirchenbezirks Schwäbisch Gmünd und aus Nachbardekanaten gekommen. Um mit dem Posaunenchor Waldhausen dessen 50-jähriges Bestehen zu feiern. Zusammen mit rund 300 Besuchern wurde im Gottesdienst zugleich das äußerst seltene Jubiläum des Dirigenten begangen:

Theodor Nasser, der 1968 den Chor begründet hatte, ist noch immer der Chorleiter. Am Ende des festlichen Gottesdienstes, an dem auch Landesposaunenwart Hans-Ulrich Nonnenmann teilnahm, ging es zu wie beim großen Posaunentag in Ulm. Alle Bläserinnen und Bläser streckten zum Zeichen des gemeinsamen Gotteslobs ihre Instrumente in die Höhe.

Durch die weite Welt nach Lüneburg

Einen Umweg haben die Teilnehmer an der diesjährigen Gemeindereise in Kauf genommen. Anstatt schnurstracks nach Lüneburg zu fahren, das Ziel der viertätigen Unternehmung der Gemeinden Lorch und Weitmars sowie Waldhausen, gingen sie für kurze Zeit auf Weltreise. Mal eben in Ostafrika vorbeigeschaut, in Südamerika und im Osten Europas – das passt alles in eine gute Stunde. Diese Stunde fand in Hildesheim statt, der ersten Station der Gemeindereise. Mit Jochen Arnold, Chef des dortigen Michaelisklosters war der „Reiseleiter“ dieser Stunde gefunden. Der Musiker und Theologe hatte es innerhalb von Minuten geschafft, aus den Touristen eine Singgruppe zu machen, die mit Leichtigkeit bis dahin fremde Melodien und Texte zum Klingen brachte.

Lüneburg, manche meinen, das sei heute eine Vorstadt von Hamburg. Und tatsächlich pendeln täglich viele tausend Lüneburger zur Arbeit in die Hansestadt im Norden. Dabei war Lüneburg selbst einst reiches und einflussreiches Mitglied der Hanse. Davon zeuge prachtvolle Backsteinbauten, reich ausgestattete Kirchen eine über Jahrhunderte unzerstörte Innenstadt und großes bürgerliches Selbstbewusstsein, Stolz über Jahrhunderte hinweg selbstständig und nicht unter fürstlicher Oberherrschaft zu leben.

Was Lüneburg und seine Umgebung so außergewöhnlich macht sind die sechs „Heideklöster“. Deren zwei waren ins Reiseprogramm aufgenommen worden. Kloster Lüne, am Rand der Stadt, eingebettet in eine Waldlandschaft, die vergessen lässt, dass nur wenige Meter entfernt die Hauptbahnline vorbei führt, wurde den Lorcher feurig durch Friederike von Meding nahe gebracht. Aus einstigen Klöstern wurde nach der Reformation Damenstifte in denen bis heute allein lebende Frauen in kleinen Wohnungen leben können, zu kleinen Mietpreisen und mit der Verpflichtung in den Klöstern mitzuarbeiten. Das bedeutet auch, wie in Kloster Ebstorf, den Schatz der Klöster zu hüten, zu zeigen und zu erklären. Dort ist es eine Weltkarte aus dem 13. Jahrhundert. Entstanden in der klösterlichen Schreibstube von Ebstorf vereint die Karte das Wissen der Entstehungszeit mit biblischen Berichten und mystischen Vorstellungen.

„Geht achtsam, geht heiter, vom Geiste getragen“, so sangen die Lorcher am Anfang ihrer Reise zum Abschied von Hildesheim. Und sie gingen, achtsam und heiter durch Lüneburg und auf der Heimfahrt durch die Stadt Celle, die nicht nur des Reimes wegen eine Perle norddeutscher Städte ist.